Erste Schicht

Angehörige: Was sage ich jetzt?

Sorgen, Vorwürfe, gut gemeinte Mitbringsel. In der App stehen zu diesem Thema 11 Situationen (11× Am Bett). Vier davon hier vollständig — erst selbst laut antworten, dann aufdecken.

Am Bett2. AusbildungsjahrKrankenhaus

Herr Wagner, 78 Jahre — Ischämischer Schlaganfall links mit Hemiparese rechts · Stroke Unit, Neurologische Klinik · Schlaganfall · Schluckstörung, Gespräch mit der Ehefrau

Das Gespräch kommt zur Ruhe. Sie fragen die Ehefrau, was sie im Moment am meisten beschäftigt.

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So sagen Sie es

Frau Wagner, was macht Ihnen im Moment am meisten Sorgen?

Darauf kommt zurück

Die Ehefrau sagt: „Wie es weitergeht. Unser Haus hat eine Treppe, das Schlafzimmer ist oben. Ich bin 75 und habe selbst einen kaputten Rücken. Wenn er so bleibt — ich kann ihn nicht die Treppe hochtragen. Und ob er überhaupt nach Hause kann.“

Das nicht
  • Die Frage nicht stellen und die Antwort dann überhören. Was kommt, gehört in den Bericht.
In die Dokumentation

Sorgen Ehefrau: Versorgung zu Hause (Treppe, Schlafzimmer im OG), eigene Belastbarkeit (75 J., Rückenleiden), Frage nach Rückkehr nach Hause

Warum so

Die offene Frage bringt die Kernsorge: die Zukunft. Alle drei Teile — Haus, eigene Gesundheit, Prognose — kommen in den Bericht.

Am Bett2. AusbildungsjahrPflegeheim

Herr Enders, 80 Jahre — Demenz bei Alzheimer-Krankheit, mittelschweres Stadium · Seniorenheim, Wohnbereich 2 · Demenz · Einzug ins Pflegeheim

Sie fragen die Tochter, wie es ihr mit der Entscheidung geht.

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So sagen Sie es

Frau Enders, wie geht es Ihnen mit der Entscheidung? Viele Angehörige haben an diesem Tag ein schlechtes Gewissen.

Darauf kommt zurück

Die Tochter sagt: „Ein sehr schlechtes. Er hat immer gesagt: Steck mich nie in ein Heim. Und jetzt sitze ich hier. Ich habe seit Wochen nicht durchgeschlafen, und trotzdem fühle ich mich, als würde ich ihn abschieben.“

Das nicht
  • Die Frage nicht auslassen, weil sie unangenehm ist.
In die Dokumentation

Tochter: ausgeprägte Schuldgefühle („nie ins Heim“), eigene Erschöpfung (Schlafmangel seit Wochen)

Warum so

Sie sprechen das schlechte Gewissen selbst an, bevor die Tochter es tun muss — das öffnet die Tür. Was dann kommt, ist der wichtigste Teil des Gesprächs für den Bericht.

Am Bett2. AusbildungsjahrKrankenhaus

Noah Fischer, 2 Jahre — Akute Gastroenteritis mit mittelschwerer Dehydratation · Pädiatrische Station, Kinderklinik · Gastroenteritis · Kleinkind, Gespräch mit dem Vater

Der Vater sagt, er sei völlig fertig. Sie fragen nach, was dahintersteckt.

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So sagen Sie es

Herr Fischer, Sie haben gesagt, Sie sind fertig. Was beschäftigt Sie am meisten?

Darauf kommt zurück

Der Vater sagt: „Dass ich zu lange gewartet habe. Gestern dachte ich noch, das ist ein normaler Magen-Darm, das hatten wir schon. Und dass Noah hier ist und ich nicht bei meiner Frau bin — sie hat vor vier Wochen entbunden und ist selbst noch nicht auf dem Damm.“

Das nicht
  • Die Erschöpfung des Vaters nicht übergehen — er ist heute Nacht Ihr wichtigster Partner.
In die Dokumentation

Sorgen Vater: Schuldgefühl (zu spät gehandelt); Familienbelastung: Ehefrau 4 Wochen postpartal allein mit Neugeborenem

Warum so

Die offene Frage bringt Schuld und Familienbelastung. Beides gehört in Bericht und Übergabe — die Familiensituation ist ein psychosoziales Pflegeproblem.

Am Bett2. AusbildungsjahrKrankenhaus

Lina Kell, 4 Jahre — Pneumonie rechts · Pädiatrische Station, Kinderklinik · Pneumonie · Kind, Gespräch mit der Mutter

Sie fragen die Mutter, wie es ihr selbst geht — es ist ihre zweite Nacht hier.

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So sagen Sie es

Frau Kell, wie geht es Ihnen selbst? Sie sind jetzt die zweite Nacht hier.

Darauf kommt zurück

Die Mutter sagt: „Ich bin müde. Und ich habe Angst, dass es schlimmer wird — dass sie auf die Intensivstation muss. Und mein Mann ist mit dem Kleinen zu Hause, der ist erst eins, ich weiß nicht, wie lange das gut geht.“

Das nicht
  • Nicht nur nach dem Kind fragen und die Mutter vergessen. Die Begleitperson ist hier Teil der Pflegesituation, nicht Besuch.
In die Dokumentation

Sorgen Mutter: Angst vor Verschlechterung/Intensivstation; Belastung: Erschöpfung, jüngeres Kind (1 J.) zu Hause beim Vater

Warum so

Die Frage nach der Mutter selbst gehört in jedes Angehörigengespräch. Drei Sorgen in einer Antwort: notieren Sie alle drei, sie kommen in den Bericht.

Weitere Lagen in diesem Thema

Die Formulierungen dazu stehen in der App.

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Jede Karte zeigt zuerst nur die Lage. Sie sagen Ihre Antwort laut, in ganzen Sätzen, und decken dann auf: die Formulierung, was zurückkommt, was nicht hilft, der Satz für die Dokumentation und warum. Ohne Konto, ohne Abo, ohne Internet — ein Kauf, 29,99 €.

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