Erste Schicht

Erklären, was los ist: Was sage ich jetzt?

Krankheit, Eingriff, Gerät — in Worten, die ankommen. In der App stehen zu diesem Thema 40 Situationen (40× Am Bett). Vier davon hier vollständig — erst selbst laut antworten, dann aufdecken.

Am Bett2. AusbildungsjahrKrankenhaus

Herr Wagner, 78 Jahre — Ischämischer Schlaganfall links mit Hemiparese rechts · Stroke Unit, Neurologische Klinik · Schlaganfall · Schluckstörung, Gespräch mit der Ehefrau

Die Ehefrau sagt: „Können Sie mir noch einmal in Ruhe erklären, was genau passiert ist? Die Ärztin hat von einem Gefäßverschluss gesprochen und von Vorhofflimmern.“

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So sagen Sie es

Ihr Mann hatte einen Schlaganfall — ein Blutgefäß im Gehirn wurde durch ein Gerinnsel verschlossen, auf der linken Seite. Das Gerinnsel kam wahrscheinlich aus dem Herzen: Beim Vorhofflimmern schlägt das Herz unregelmäßig, das Blut wird nicht richtig weitergepumpt, und es können sich kleine Gerinnsel bilden, die dann ins Gehirn wandern. Weil die linke Gehirnhälfte die rechte Körperseite steuert, ist der rechte Arm und das rechte Bein gelähmt — und weil dort auch die Sprache sitzt, findet er die Worte nicht.

Darauf kommt zurück

Die Ehefrau fragt: „Deshalb die rechte Seite. Und die Sprache — kommt die wieder?“

Das nicht
  • Keine Fachwörter stehen lassen: „Insult“, „kardioembolisch“, „Hemiparese“ sagen der Ehefrau nichts.
  • Nicht an der Diagnose vorbeireden, weil sie unangenehm ist.
In die Dokumentation

Ischämischer Apoplex links (kardioembolisch bei VHF) laienverständlich erklärt: Hemiparese rechts, Aphasie

Warum so

Die Erklärung ist eine Kette: Vorhofflimmern → Gerinnsel → Verschluss → linke Hirnhälfte → rechte Körperseite und Sprache. Ohne einen einzigen Fachbegriff, und die Ehefrau folgt. So sieht patientengerechte Sprache aus.

Am Bett2. AusbildungsjahrKrankenhaus

Herr Krüger, 77 Jahre — Katheterassoziierter Harnwegsinfekt mit Fieber, benigne Prostatahyperplasie mit Harnverhalt · Urologische Station, Krankenhaus · Dauerkatheter · Harnwegsinfekt und Katheterpflege

Sie wollen wissen, ob Herr Krüger überhaupt weiß, warum er den Katheter trägt.

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So sagen Sie es

Können Sie mir sagen, warum Sie den Katheter überhaupt haben?

Darauf kommt zurück

Herr Krüger sagt: „Die Prostata ist zu groß, sie drückt die Harnröhre zu. Vor vier Wochen konnte ich plötzlich gar nicht mehr, die Blase war voll bis oben, das war die Hölle. In der Notaufnahme haben sie den Schlauch gelegt, und in sechs Wochen wird operiert.“

Das nicht
  • Nicht erklären, was der Patient längst weiß.
In die Dokumentation

Pat. erklärt BPH mit akutem Harnverhalt korrekt; DK seit 4 Wochen als Überbrückung bis zur Prostata-OP in 6 Wochen

Warum so

Der Patient kennt seine Erkrankung — Ressource. Sie ergänzen nur, wo es nötig ist, und nehmen den Zeitrahmen mit: Der Katheter bleibt noch sechs Wochen.

Am Bett2. AusbildungsjahrKrankenhaus

Herr Öztürk, 63 Jahre — Terminale Niereninsuffizienz bei diabetischer Nephropathie, Hämodialyse seit gestern · Nephrologische Station, Krankenhaus · Dialyse · Shunt, Trinkmenge und Kalium

Sie wollen wissen, was Herr Öztürk über seine Nieren und die Dialyse weiß.

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So sagen Sie es

Können Sie mir sagen, was Sie über Ihre Nieren wissen und warum Sie die Dialyse brauchen?

Darauf kommt zurück

Herr Öztürk sagt: „Der Zucker hat die Nieren kaputtgemacht, über die Jahre. Jetzt arbeiten sie nur noch zu zehn Prozent, hat der Arzt gesagt. Die Dialyse ist die künstliche Niere, dreimal die Woche, vier Stunden. Für immer, oder bis ich eine neue Niere bekomme.“

Das nicht
  • Nicht wiederholen, was der Patient schon weiß — das kostet die Zeit, die das Kalium braucht.
In die Dokumentation

Pat. erklärt diabetische Nephropathie und Hämodialyse (3×/Woche, 4 h) korrekt; kennt Option Transplantation

Warum so

Ein informierter Patient — das ist eine Ressource. Sie ergänzen nur, was fehlt, und nehmen die Transplantation als Perspektive mit.

Am Bett2. AusbildungsjahrKrankenhaus

Noah Fischer, 2 Jahre — Akute Gastroenteritis mit mittelschwerer Dehydratation · Pädiatrische Station, Kinderklinik · Gastroenteritis · Kleinkind, Gespräch mit dem Vater

Der Vater fragt, was sein Sohn überhaupt hat.

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So sagen Sie es

Noah hat eine Magen-Darm-Infektion, meist durch ein Virus — deshalb das Erbrechen und der Durchfall. Das Problem ist nicht die Infektion selbst, die geht in ein paar Tagen vorbei. Das Problem ist, dass er dabei viel Flüssigkeit verloren hat und heute kaum trinken konnte: Er hat etwa sechshundert Gramm abgenommen, das sind fünf Prozent seines Gewichts, und seit heute Morgen keine nasse Windel. Das nennen wir Austrocknung, mittelschwer. Deshalb ist er hier.

Darauf kommt zurück

Der Vater fragt: „Fünf Prozent — ist das viel? Und was heißt mittelschwer?“

Das nicht
  • Nicht „nur ein Magen-Darm-Infekt“ sagen — das Problem ist die Flüssigkeit.
In die Dokumentation

Gastroenteritis (viral) erklärt; Dehydratation mittelschwer: Gewichtsverlust ~600 g (5 %), Anurie seit dem Morgen

Warum so

Ehrlich mit Zahlen — Gewicht, Prozent, Windel — und mit der Einordnung, dass die Flüssigkeit das Problem ist, nicht das Virus. Die Rückfrage beantworten Sie im nächsten Zug mit der Skala.

Weitere Lagen in diesem Thema

Die Formulierungen dazu stehen in der App.

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Jede Karte zeigt zuerst nur die Lage. Sie sagen Ihre Antwort laut, in ganzen Sätzen, und decken dann auf: die Formulierung, was zurückkommt, was nicht hilft, der Satz für die Dokumentation und warum. Ohne Konto, ohne Abo, ohne Internet — ein Kauf, 29,99 €.

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