Nicht widersprechen, sondern mitgehen. In der App stehen zu diesem Thema 9 Situationen (9× Am Bett). Vier davon hier vollständig — erst selbst laut antworten, dann aufdecken.
Am Bett2. AusbildungsjahrPflegeheim
Herr Enders, 80 Jahre — Demenz bei Alzheimer-Krankheit, mittelschweres Stadium · Seniorenheim, Wohnbereich 2 · Demenz · Einzug ins Pflegeheim
Sie wollen wissen, wie ein normaler Tag zu Hause ausgesehen hat.
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So sagen Sie es
Erzählen Sie mir, wie ein normaler Tag mit Ihrem Vater zu Hause aussah — wann steht er auf, was mag er, was mag er gar nicht?
Darauf kommt zurück
Die Tochter sagt: „Er ist Frühaufsteher, halb sechs, das war er als Bäcker immer. Dann will er Kaffee, schwarz, und Radio hören, Nachrichten. Er hasst es, wenn man ihn drängt. Mittags schläft er eine Stunde. Und abends muss der Fernseher aus sein, sonst wird er unruhig.“
Das nicht
Nicht nur die Diagnose abfragen. Was er mag und wann er aufsteht, hilft im Alltag mehr.
In die Dokumentation
Biografie: ehem. Bäcker, Frühaufsteher (5:30), Kaffee schwarz, Radio; Mittagsschlaf 1 h; Abneigung gegen Drängen, abends kein Fernseher
Warum so
Die offene Erzählfrage ist bei Demenz die wichtigste des Gesprächs: Biografiearbeit beginnt hier. Jede Gewohnheit ist eine Maßnahme für die Eingewöhnung — der Kaffee um halb sechs kommt in die Pflegeplanung.
Frau Brandt sagt: „Werde ich jetzt verrückt? Meine Nachbarin im Heim hat auch angefangen, nachts zu rufen, und dann war sie dement.“
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So sagen Sie es
Nein, Sie werden nicht verrückt, und das ist auch keine Demenz. Was Sie nachts erlebt haben, nennen wir Durchgangssyndrom oder Delir: eine vorübergehende Verwirrtheit, die bei älteren Menschen nach einer Operation häufig vorkommt. Auslöser sind der Stress der Operation, die Narkose, Schmerzen, zu wenig Flüssigkeit, vielleicht eine Blasenentzündung, die fremde Umgebung und schlechter Schlaf. Das Gehirn kommt vorübergehend durcheinander — und es geht wieder weg, wenn die Auslöser behandelt werden.
Darauf kommt zurück
Frau Brandt sagt: „Vorübergehend. Das ist das Wort, das ich hören wollte.“
Das nicht
Nicht sagen, das sei „nur das Alter“ oder „bestimmt keine Demenz“. Beruhigen ohne Erklärung nimmt die Angst nicht; der Unterschied zwischen Delir und Demenz schon.
Die Angst vor Demenz ist bei älteren Patientinnen fast immer da — Sie beantworten sie klar, nennen den Fachbegriff, übersetzen ihn und zählen die Auslöser auf, die Sie beeinflussen können.
Am Bett2. AusbildungsjahrPflegeheim
Herr Enders, 80 Jahre — Demenz bei Alzheimer-Krankheit, mittelschweres Stadium · Seniorenheim, Wohnbereich 2 · Demenz · Einzug ins Pflegeheim
Die Tochter hat den Tagesablauf beschrieben. Jetzt geht es um Gedächtnis und Orientierung.
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So sagen Sie es
Das sind genau die Dinge, die wir brauchen. Wie ist es mit dem Gedächtnis und der Orientierung — erkennt er Sie, weiß er, wo er ist, welcher Tag ist?
Darauf kommt zurück
Die Tochter sagt: „Mich erkennt er, meistens. Er hält mich manchmal für meine Mutter, die ist vor sechs Jahren gestorben. Den Tag weiß er nicht, das Jahr auch nicht. Und er fragt oft, wann er nach Hause kann — schon zu Hause hat er das gefragt, er meint das Haus seiner Kindheit.“
Das nicht
Den Vater nicht vor der Tochter abfragen („Wissen Sie, welcher Tag ist?“).
In die Dokumentation
Orientierung: zur Person teilweise (verwechselt Tochter mit verstorbener Ehefrau), zeitlich nicht orientiert, örtlich nicht orientiert („nach Hause“ = Elternhaus)
Warum so
Orientierung in den drei Qualitäten Person, Zeit, Ort abfragen — hier über konkrete Beispiele, nicht über Fachbegriffe. Dass „nach Hause“ das Elternhaus meint, ist für jede Kollegin wichtig, die den Satz später hört.
Am Bett2. AusbildungsjahrPflegeheim
Herr Enders, 80 Jahre — Demenz bei Alzheimer-Krankheit, mittelschweres Stadium · Seniorenheim, Wohnbereich 2 · Demenz · Einzug ins Pflegeheim
Sie wollen wissen, wie die Tochter mit ihrem Vater spricht — und wann er ärgerlich wird.
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So sagen Sie es
Wie sprechen Sie mit ihm, damit er Sie versteht? Und gibt es Situationen, in denen er ärgerlich oder ängstlich wird?
Darauf kommt zurück
Die Tochter sagt: „Kurze Sätze, eins nach dem anderen. Wenn ich zu viel auf einmal sage, macht er dicht. Ärgerlich wird er, wenn jemand ihn zu schnell anfasst, beim Waschen zum Beispiel. Man muss vorher sagen, was man tut. Und im Dunkeln hat er Angst, nachts brennt bei uns immer ein kleines Licht.“
Das nicht
Nicht auf eigene Gewohnheiten beharren, wenn die Tochter etwas kennt, das funktioniert.
In die Dokumentation
Kommunikation: kurze Sätze, ein Schritt nach dem anderen; Abwehr bei schnellem Anfassen → vorher ankündigen; Angst im Dunkeln → Nachtlicht
Weitergeben
Die Regeln der Tochter — ankündigen, kurze Sätze, nicht widersprechen — an das ganze Team.
Warum so
Das sind Handlungsanweisungen für das ganze Team, direkt aus dem Mund der Expertin. Ankündigen vor jeder Berührung — das ist der wichtigste Satz für die Übergabe.
Weitere Lagen in diesem Thema
Die Formulierungen dazu stehen in der App.
Sie wollen wissen, wie die Medikamente zu Hause geregelt waren. (Am Bett, Demenz)
Die Tochter fragt, wie die ersten Wochen hier ablaufen werden. (Am Bett, Demenz)
Die Tochter fragt, was sie von zu Hause mitbringen soll. (Am Bett, Demenz)
Die Tochter sagt: „Was ist, wenn er nachts aufsteht und wegläuft? Zu Hause stand er zweimal um drei Uhr angezogen im Flur und wollte zur Arbeit.“ (Am Bett, Demenz)
Frau Brandt fragt, ob sie jetzt verrückt wird. (Am Bett, Schenkelhalsfraktur nach Sturz)
Alle 890 Situationen in der App
Jede Karte zeigt zuerst nur die Lage. Sie sagen Ihre Antwort laut, in ganzen Sätzen, und decken dann auf: die Formulierung, was zurückkommt, was nicht hilft, der Satz für die Dokumentation und warum. Ohne Konto, ohne Abo, ohne Internet — ein Kauf, 29,99 €.