Erste Schicht

Essen & Trinken: Was sage ich jetzt?

Schlucken, Trinkmenge, Appetit, Kostformen. In der App stehen zu diesem Thema 25 Situationen (25× Am Bett). Vier davon hier vollständig — erst selbst laut antworten, dann aufdecken.

Am Bett1. AusbildungsjahrKrankenhaus

Herr Wagner, 78 Jahre — Ischämischer Schlaganfall links mit Hemiparese rechts · Stroke Unit, Neurologische Klinik · Schlaganfall · Schluckstörung, Gespräch mit der Ehefrau

Die Ehefrau fragt: „Warum bekommt er nur diesen Brei und das komische dicke Wasser? Er hat mich gestern so angeschaut, als ich meinen Kaffee getrunken habe. Darf ich ihm nicht wenigstens einen Schluck geben?“

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So sagen Sie es

Ich verstehe, dass Ihnen das schwerfällt. Aber bitte nicht — und ich erkläre Ihnen, warum. Durch den Schlaganfall funktioniert das Schlucken nicht mehr richtig, das nennt man Schluckstörung. Die Muskeln im Rachen sind auf der einen Seite schwach, und der Deckel, der beim Schlucken die Luftröhre verschließt, schließt zu spät. Dünne Flüssigkeit wie Kaffee oder Wasser läuft dann zu schnell — und ein Teil gelangt in die Luftröhre und in die Lunge, statt in den Magen.

Darauf kommt zurück

Die Ehefrau fragt: „In die Lunge? Und dann?“

Das nicht
  • Auf keinen Fall „ein Schluck geht schon“ — bei Dysphagie ist dünne Flüssigkeit das Gefährlichste.
  • Die Bitte nicht wortlos abschlagen: ohne Begründung holt sie die Flasche heimlich.
In die Dokumentation

Dysphagie erklärt (Mechanismus: Schwäche der Schluckmuskulatur, verzögerter Kehlkopfverschluss); Ehefrau möchte ihm Kaffee geben → abgelehnt mit Begründung

Weitergeben

Aspirationsgefahr und das Gespräch darüber an die Pflegefachkraft und die Logopädie.

Warum so

Die gefährlichste Bitte des Gesprächs. Sie sagen klar Nein — und begründen mit einem Bild („der Deckel schließt zu spät“). Die Rückfrage „und dann?“ führt zur Aspirationspneumonie im nächsten Zug.

Am Bett1. AusbildungsjahrKrankenhaus

Frau Yilmaz, 24 Jahre — Akute Appendizitis, Z. n. laparoskopischer Appendektomie gestern Abend · Chirurgische Station, Krankenhaus · Nach Appendektomie · Erster postoperativer Tag

Die Patientin fragt, was sie heute essen darf.

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So sagen Sie es

Zum Essen: Heute gibt es leichte Kost — Tee, Zwieback, Suppe, Joghurt. Fangen Sie mit kleinen Mengen an; wenn das gut geht, dürfen Sie morgen wieder normal essen. Trinken sollten Sie viel, mindestens anderthalb Liter. Und ist Ihnen übel?

Darauf kommt zurück

Frau Yilmaz sagt: „Ein bisschen, gestern Abend mehr. Ich habe seit vorgestern nichts gegessen, ich habe aber auch keinen Hunger.“

Das nicht
  • Nicht zum Essen drängen und keine Mengen vorschreiben.
In die Dokumentation

Kostaufbau erklärt (leichte Kost, morgen Vollkost); Trinkziel ≥ 1,5 l; leichte Nausea (gestern stärker), kein Appetit seit 2 Tagen

Warum so

Kostaufbau, Trinkmenge, Übelkeit — drei Fragen in einem Zug, weil sie zusammengehören. Die Übelkeit ist rückläufig, aber Sie fragen nach — sie kann die Nahrungsaufnahme verhindern.

Am Bett1. AusbildungsjahrKrankenhaus

Frau Hartmann, 47 Jahre — Mammakarzinom links, Z. n. brusterhaltender Operation, adjuvante Chemotherapie · Onkologische Tagesklinik, Krankenhaus · Brustkrebs · Erste Chemotherapie

Die Patientin sagt, ihre größte Angst sei das Erbrechen.

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So sagen Sie es

Zur Übelkeit — Ihre größte Sorge. Sie bekommen heute vor der Chemotherapie eine starke Infusion dagegen, und für zu Hause zwei Medikamente, die Sie an den ersten drei Tagen nach festem Plan nehmen, ob Ihnen übel ist oder nicht — das ist der Schlüssel: vorbeugen, nicht abwarten. Die meisten Patientinnen haben damit keine oder nur leichte Übelkeit. Erbrechen ist mit dieser Vorbeugung selten geworden.

Darauf kommt zurück

Frau Hartmann sagt: „Auch wenn mir nicht übel ist, die Tabletten nehmen? Ich hätte gewartet.“

Das nicht
  • Antiemetika nicht als Bedarfsmedikation darstellen — sie wirken nur vorbeugend.
In die Dokumentation

Antiemetische Prophylaxe erklärt: i.v. vor Zyklus, oral Tag 1–3 nach festem Schema unabhängig von Symptomen; Pat. hätte abgewartet

Warum so

Das Prinzip der antiemetischen Prophylaxe — nehmen, bevor es kommt — ist der wichtigste Beratungspunkt. Die Patientin hätte abgewartet: Genau das verhindern Sie.

Am Bett1. AusbildungsjahrKrankenhaus

Herr Öztürk, 63 Jahre — Terminale Niereninsuffizienz bei diabetischer Nephropathie, Hämodialyse seit gestern · Nephrologische Station, Krankenhaus · Dialyse · Shunt, Trinkmenge und Kalium

Herr Öztürk hat seit der letzten Behandlung drei Kilo zugenommen.

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So sagen Sie es

Jetzt zu den drei Kilo von gestern. Ihre Nieren scheiden kaum noch Wasser aus — was Sie trinken, bleibt im Körper bis zur nächsten Dialyse. Deshalb ein Liter am Tag, alles Flüssige eingerechnet: Tee, Suppe, Joghurt, Wassermelone. Zwischen zwei Dialysen sollten Sie nicht mehr als zwei Kilo zunehmen, über das Wochenende nicht mehr als zweieinhalb. Wiegen Sie sich jeden Morgen und schreiben Sie es auf.

Darauf kommt zurück

Herr Öztürk fragt: „Ein Liter — ich bin Taxifahrer, ich trinke den ganzen Tag Tee. Zehn Gläser sind das bestimmt. Wie soll ich das schaffen?“

Das nicht
  • Das Gewicht nicht kommentarlos notieren.
In die Dokumentation

Trinkmengenbegrenzung 1 l erklärt; interdialytische Gewichtszunahme max. 2 kg (WE 2,5 kg); tägliches Wiegen; Pat.: bisher ca. 10 Gläser Tee/Tag beruflich

Warum so

Die Regel mit Zahlen und die ehrliche Reaktion des Patienten — zehn Gläser Tee. Das ist das Pflegeproblem, und die Lösung muss zum Taxi passen.

Weitere Lagen in diesem Thema

Die Formulierungen dazu stehen in der App.

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Jede Karte zeigt zuerst nur die Lage. Sie sagen Ihre Antwort laut, in ganzen Sätzen, und decken dann auf: die Formulierung, was zurückkommt, was nicht hilft, der Satz für die Dokumentation und warum. Ohne Konto, ohne Abo, ohne Internet — ein Kauf, 29,99 €.

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