Erste Schicht

Medikamente: Was sage ich jetzt?

Stellen, geben, erklären — und die Grenze Ihrer Befugnis. In der App stehen zu diesem Thema 29 Situationen (29× Am Bett). Vier davon hier vollständig — erst selbst laut antworten, dann aufdecken.

Am Bett2. AusbildungsjahrKrankenhaus

Frau Hartmann, 47 Jahre — Mammakarzinom links, Z. n. brusterhaltender Operation, adjuvante Chemotherapie · Onkologische Tagesklinik, Krankenhaus · Brustkrebs · Erste Chemotherapie

Sie wollen den frisch gelegten Port ansehen, bevor er benutzt wird.

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So sagen Sie es

Darf ich mir den Port ansehen? — Die Haut ist reizlos, kein Erguss, die Naht ist verheilt, ein leichter Druckschmerz ist nach einer Woche normal. Der Port ist eine kleine Kammer unter der Haut, verbunden mit einer großen Vene. Ich steche ihn heute mit einer speziellen Nadel an — ein kurzer Pieks, Sie können vorher eine betäubende Creme auftragen —, und alle Infusionen laufen darüber. Danach wird er gespült und die Nadel entfernt. Sie können damit duschen, schwimmen, alles.

Darauf kommt zurück

Frau Hartmann fragt: „Betäubende Creme, das nehme ich. Und zwischen den Zyklen muss ich nichts machen?“

Das nicht
  • Den Port nicht ohne Blick und ohne Erlaubnis benutzen.
In die Dokumentation

Portinspektion unauffällig; Portpunktion erklärt (Huber-Nadel, Lokalanästhetikum-Creme), Spülung; keine Pflege zwischen den Zyklen nötig

Weitergeben

Jede Rötung, Schwellung oder Sekretion am Port sofort an die Pflegefachkraft — vor der Punktion.

Warum so

Inspektion mit Erlaubnis und Ergebnis, dann Erklärung des Ports mit einem Bild („kleine Kammer“). Die Creme ist ein Angebot, das Angst nimmt.

Am Bett2. AusbildungsjahrKrankenhaus

Herr Vogel, 38 Jahre — Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome · Offene psychiatrische Station, Klinik für Psychiatrie · Depression · Aufnahmegespräch in der Psychiatrie

Herr Vogel fragt: „Das Antidepressivum nehme ich seit zwei Wochen, und es hat nichts gebracht. Bringt das überhaupt etwas?“

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So sagen Sie es

Zwei Wochen sind zu kurz, um das zu beurteilen — Antidepressiva brauchen meist drei bis sechs Wochen, bis die Wirkung spürbar wird. Was am Anfang manchmal zuerst kommt, sind Nebenwirkungen: Übelkeit, Unruhe, Mundtrockenheit — die gehen meist wieder weg. Die Ärztin prüft in den nächsten Tagen, ob die Dosis passt. Wichtig ist: jeden Tag nehmen, nicht absetzen, wenn es nicht gleich hilft — und nicht absetzen, wenn es hilft.

Darauf kommt zurück

Herr Vogel sagt: „Drei bis sechs Wochen. Ich habe erwartet, dass es wie eine Kopfschmerztablette wirkt.“

Das nicht
  • Nicht sagen, das Medikament wirke bald — ohne die zwei bis vier Wochen zu nennen.
In die Dokumentation

Wirklatenz des Antidepressivums (3–6 Wochen) erklärt; Nebenwirkungen initial; Adhärenz betont; Pat. hatte falsche Erwartung

Warum so

Die Wirklatenz ist die wichtigste Information zu Antidepressiva — ohne sie setzen Patienten ab. Die falsche Erwartung des Patienten belegt das.

Am Bett2. AusbildungsjahrKrankenhaus

Frau Kowalski, 58 Jahre — Diabetes mellitus Typ 2, Sekundärversagen der oralen Therapie, HbA1c 10,2 % · Diabetologische Station, Krankenhaus · Diabetes Typ 2 · Neueinstellung auf Insulin

Sie wollen wissen, was der Arzt Frau Kowalski über das Insulin erklärt hat.

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So sagen Sie es

Bevor wir anfangen, möchte ich, dass Sie verstehen, warum Insulin — sonst bleibt es ein Feind. Was hat Ihnen der Arzt erklärt, warum die Tabletten nicht mehr reichen?

Darauf kommt zurück

Frau Kowalski sagt: „Dass mein Langzeitwert viel zu hoch ist, über zehn. Und dass die Bauchspeicheldrüse müde ist und die Tabletten sie nicht mehr genug anregen können.“

Das nicht
  • Nicht erklären, bevor Sie wissen, was schon angekommen ist.
In die Dokumentation

HbA1c 10,2 %; Pat. versteht Sekundärversagen (Erschöpfung der Betazellen) in Laienworten

Warum so

„Was hat Ihnen der Arzt erklärt“ — Sie prüfen den Wissensstand und bekommen die Erklärung in ihren Worten zurück. „Müde“ ist genau das richtige Bild.

Am Bett2. AusbildungsjahrKrankenhaus

Frau Weber, 80 Jahre — Dekompensierte chronische Herzinsuffizienz (NYHA III) · Kardiologische Station, Krankenhaus · Herzinsuffizienz · Gewicht und Trinkmenge

Frau Weber nimmt fünf Medikamente mit nach Hause und kennt nur die Wassertablette.

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So sagen Sie es

Sie bekommen fünf Medikamente mit nach Hause. Ich gehe sie mit Ihnen durch, nicht die Namen — die stehen im Plan —, sondern wofür jedes ist. Die Wassertablette kennen Sie. Dann eines, das das Herz entlastet und den Blutdruck senkt. Eines, das das Herz langsamer und kräftiger schlagen lässt. Das Blutverdünnungsmittel wegen des unregelmäßigen Herzschlags, damit sich keine Gerinnsel bilden. Und Kalium, weil die Wassertablette Kalium ausschwemmt.

Darauf kommt zurück

Frau Weber fragt: „Fünf Stück. Zu Hause hatte ich drei. Wie soll ich mir das alles merken?“

Das nicht
  • Nicht die Wirkstoffnamen abfragen — Wirkungen zählen.
In die Dokumentation

Medikation erklärt nach Wirkung (Diuretikum, ACE-Hemmer, Betablocker, Antikoagulans, Kalium); Pat. äußert Überforderung (5 statt 3 Medikamente)

Warum so

Sie erklären Wirkungen, nicht Wirkstoffnamen — für die Patientin sind Namen Lärm, Wirkungen Sinn. Die Überforderung ist eine Beobachtung für den Bericht und ein Grund für die nächste Maßnahme.

Weitere Lagen in diesem Thema

Die Formulierungen dazu stehen in der App.

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Jede Karte zeigt zuerst nur die Lage. Sie sagen Ihre Antwort laut, in ganzen Sätzen, und decken dann auf: die Formulierung, was zurückkommt, was nicht hilft, der Satz für die Dokumentation und warum. Ohne Konto, ohne Abo, ohne Internet — ein Kauf, 29,99 €.

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