Beinahe-Fehler, Stürze, Verweigerung — und das Melden. In der App stehen zu diesem Thema 21 Situationen (17× Anleitung, 4× Am Bett). Vier davon hier vollständig — erst selbst laut antworten, dann aufdecken.
Ihre Praxisanleiterin fragt: „Die Ehefrau will ihm einen Schluck Kaffee geben. Wie reagieren Sie?“
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So antworten Sie
Klar ablehnen, sofort begründen, Alternative anbieten. „Bitte nicht — und ich erkläre Ihnen, warum.“ Dann der Mechanismus und die Folge: Aspirationspneumonie, die häufigste und gefährlichste Komplikation nach Schlaganfall. Und dann das Ja: Pudding, Apfelmus, nach Rücksprache, mit Anleitung. Die Angehörige wird von einem Risiko zu einer Partnerin.
Warum so
Ein Nein ohne Begründung wird umgangen; ein Nein mit Begründung und Alternative wird eingehalten.
Am Bett2. AusbildungsjahrKrankenhaus
Herr Koch, 59 Jahre — Nicht-ST-Hebungs-Myokardinfarkt (NSTEMI), Z. n. PCI mit Stent in der RIVA · Kardiologische Station, Krankenhaus · Herzinfarkt · Entlassungsgespräch nach Stent
Herr Koch hielt die Beschwerden am Donnerstag für eine Verspannung.
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So sagen Sie es
Weil Sie am Donnerstag an Verspannung gedacht haben: Welche Zeichen sind ein Alarm? Druck, Enge, Brennen oder Schmerz hinter dem Brustbein, der länger als fünf Minuten anhält. Ausstrahlung in Arm, Schulter, Hals, Kiefer oder Rücken. Kalter Schweiß, Übelkeit, Luftnot, Angst. Bei Ihnen war es Druck, Arm und Schweiß — Sie kennen also Ihr Muster. Beim nächsten Mal rufen Sie selbst, nicht der Geselle.
Darauf kommt zurück
Herr Koch sagt: „Druck, Arm, Schweiß — genau so war es. Beim nächsten Mal rufe ich selbst. Das habe ich verstanden.“
Das nicht
Nicht sagen, er habe am Donnerstag falsch gehandelt. Er hat überlebt; Vorwürfe nehmen ihm den Mut, das nächste Mal früh anzurufen.
Seinen Satz, beim nächsten Mal selbst zu rufen — wörtlich. Das ist das Ergebnis der Beratung und gehört in den Bericht.
Warum so
Warnzeichen mit dem eigenen Erlebnis verknüpfen — das ist wirksamer als jede Liste. „Beim nächsten Mal rufe ich selbst“ gehört in den Bericht.
Anleitung2. AusbildungsjahrKrankenhaus
Frau Hartmann, 47 Jahre — Mammakarzinom links, Z. n. brusterhaltender Operation, adjuvante Chemotherapie · Onkologische Tagesklinik, Krankenhaus · Brustkrebs · Erste Chemotherapie
Ihre Praxisanleiterin fragt: „Was ist neutropenes Fieber, und welche Regel geben Sie der Patientin mit?“
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So antworten Sie
Fieber ab 38 °C in der Phase der Neutropenie — dem Nadir etwa Tag 7 bis 14 nach dem Zyklus — ist ein onkologischer Notfall, weil eine Sepsis innerhalb von Stunden entstehen kann. Die Regel: Sofort anrufen, Tag und Nacht, kein Antipyretikum vorher — es würde das Fieber verschleiern —, mit dem Chemo-Ausweis in die Notaufnahme. Dazu tägliche Temperaturmessung und bei Schüttelfrost auch ohne Fieber melden.
Warum so
Die eine Regel, die Leben rettet. Nennen Sie das Verbot des Antipyretikums ausdrücklich.
Ihre Praxisanleiterin fragt: „Warum darf ein COPD-Patient den Sauerstoff nicht selbst aufdrehen, und wie erklären Sie ihm das?“
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So antworten Sie
Bei schwerer COPD wird der Atemantrieb teilweise über den Sauerstoffmangel gesteuert; zu viel Sauerstoff kann ihn dämpfen und zu einer Hyperkapnie mit Somnolenz führen. Deshalb die Zielsättigung 88 bis 92 Prozent. Dem Patienten sage ich: „Bei Ihrer Lunge streben wir nicht 100 Prozent an. Zu viel Sauerstoff kann Ihren Atemantrieb bremsen — deshalb drehen Sie bitte nie selbst auf, auch wenn Sie das Gefühl haben, mehr zu brauchen.“
Warum so
Zielsättigung mit Zahlen und der Mechanismus in einem Laienbild. Das ist eine Standardfrage bei COPD.
Weitere Lagen in diesem Thema
Die Formulierungen dazu stehen in der App.
Ihre Praxisanleiterin fragt: „Warum darf der Patient bei fehlendem Urinabfluss nicht selbst spülen?“ (Anleitung, Dauerkatheter)
Ihre Praxisanleiterin fragt: „Die Leitung schlägt vor, den Sauerstofffluss zu erhöhen. Wie reagieren Sie, und warum?“ (Anleitung, Demenz)
Ihre Praxisanleiterin fragt: „Wie erfragen Sie Suizidalität, und wie stufen Sie die Antwort ein?“ (Anleitung, Depression)
Ihre Praxisanleiterin fragt: „Warum kann das Risiko in der zweiten und dritten Behandlungswoche steigen?“ (Anleitung, Depression)
Ihre Praxisanleiterin fragt: „Welche Rolle hat der Ehemann in Ihrer Planung, und was muss er wissen?“ (Anleitung, Diabetes Typ 2)
Ihre Praxisanleiterin fragt: „Warum ist die Hyperkaliämie bei Dialysepatienten so gefährlich, und welche Zeichen nennen Sie?“ (Anleitung, Dialyse)
Ihre Praxisanleiterin fragt: „Nennen Sie die Warnzeichen, bei denen der Vater in der Nacht sofort klingeln soll.“ (Anleitung, Gastroenteritis)
Ihre Praxisanleiterin fragt: „Warum warnen Sie vor Ibuprofen, und was geben Sie an die Ärztin weiter?“ (Anleitung, Herzinsuffizienz)
Herr Koch nimmt jetzt zwei Plättchenhemmer. Es geht um Blutungszeichen. (Am Bett, Herzinfarkt)
Ihre Praxisanleiterin fragt: „Warum sind Medikamentenzeiten bei Parkinson zeitkritisch, und was ist heute Morgen passiert?“ (Anleitung, Parkinson)
Alle 890 Situationen in der App
Jede Karte zeigt zuerst nur die Lage. Sie sagen Ihre Antwort laut, in ganzen Sätzen, und decken dann auf: die Formulierung, was zurückkommt, was nicht hilft, der Satz für die Dokumentation und warum. Ohne Konto, ohne Abo, ohne Internet — ein Kauf, 29,99 €.